Exposition "Ouvrir sa fenêtre aux corbeaux", Marine Joncour
Esox Lucius präsentiert die erste Ausstellung von Marine Joncour, einer in den Vogesen geborenen Künstlerin, die ihren Abschluss an der École nationale supérieure d'art de Dijon gemacht hat, der Stadt, in der sie jetzt lebt und arbeitet. Sie ist 2026 Preisträgerin des Programms Propulse des Netzwerks für zeitgenössische Kunst Seize mille.
Diese Ausstellung zeigt eine Reihe von Gemälden, Videoprojektionen, Skulpturen und Texten, die im Raum formalisiert wurden.
Der Vorschlag stützt sich auf ausgewählte Erlebnisse aus ihrer Kindheit auf dem Land, deren narrative Formen sie sich aneignet, um neue Perspektiven auf unsere Beziehung zum Lebendigen zu eröffnen.
Im Quai (294M9) führt die Ausstellung durch die aneinandergereihten Räume, in denen das Licht allmählich abnimmt und eine Form der Dämmerung erzwingt, die der von der Künstlerin vorgeschlagenen narrativen Erfahrung förderlich ist. An den Wänden sind die Leinwände aus bunten, blumigen Stoffen, die manchmal mit kleinen Knochen veredelt sind, der Träger einer doppelten Projektion: die der Malerei, die ein junges Mädchen und Vögel, Amphibien oder Marder in Szene setzt, die von Videoanimationen überlagert werden. So tauchen zeitweise Tiere auf und ihre flüchtige Präsenz suggeriert eine Neuinterpretation der Standbilder. Hybride Gemälde, hybride Skulpturen (deren Oberfläche nicht die erwartete ist), nichts in Marine Joncours Stücken ist das, was auf den ersten Blick zu sein scheint. In dieser Arbeit ist die Beziehung zum Natürlichen nicht irreparabel, das Häusliche wird nie wirklich gezähmt, der Wilde ist nicht der, für den man ihn hält - wie uns die Auswahl der im Raum ausgebreiteten Texte beweist.
"Mein Großvater hängte das Fleisch über das Waschbecken, in dem wir in der Garage unser Obst wuschen. Blumenmuster bedeckten die Vorhänge, die Sofas, den Boden und den Tisch im Zimmer direkt darüber. Das Haus wurde vor ein paar Monaten verlassen und es gibt seit Jahren keine Kaninchen oder Rehe mehr, nur noch Blumen und ein paar eingebürgerte Tiere ...".
Kommissariat Julie Morel